Talentschmiede in der Wiedigsburg

Schüler und Schülerinnen des Herder-Gymnasiums erneut sehr erfolgreich bei Jugend forscht

Entwicklung, Fortschritt, Innovation – unsere Wissensgesellschaft drängt voran, fordert Leistung, Know How und Teamfähigkeit.  Ohne Kernqualifikationen undenkbar. Schule leistet dazu ihren Beitrag, so in der gymnasialen Oberstufe mit dem Seminarfach, in dem eine erste Wissenschaftliche Arbeit verfasst wird. Bei Wettbewerben können sich Jugendliche allerdings schon frühzeitig mit dem Handwerkszeug des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut machen. Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Ziel ist es, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Wer mitmachen will, sucht sich selbst eine interessante Fragestellung für sein Forschungsprojekt.

Diese Förderung junger Talente ist ein bundesweiter Nachwuchswettbewerb, gefördert durch Bundesregierung, Kultusministerien sowie Wirtschaft und Wissenschaft.

Seit Jahren motiviert die am Herder-Gymnasium tätige Mathe- und Physiklehrerin Bianca Baudler ihre Schüler, sich außerhalb des Unterrichts mit Themen zu beschäftigen und dabei Alltägliches und scheinbar Gewöhnliches unter die Lupe zu nehmen und zu hinterfragen, so Schnürmöglichkeiten für Turnschuhe, gesundes Essen, musikalische Klänge. Neben der Experimente bzw. Untersuchungen sind diese in einer kleinen Facharbeit zu beschreiben und anschließend einer Jury zu präsentieren. Regelmäßig betreut B. Baudler Schülergruppen der Klassenstufen 6-10. Und das sehr erfolgreich, denn regelmäßig räumen die Schüler Sach- oder Geldpreise im Wettbewerb Jugend forscht ab. Auch 2018.

Luise Beyme, Laila Kühn und Henrike Mansfeld erhielten von der Jury sowohl den dritten Platz als auch einen Sonderpreis

Juliet Steinecke aus der Klasse 10/3 thematisierte den Goldenen Schnitt, aber nicht nur in der Mathematik, sondern auch dessen Anwendung auf das menschliche Schönheitsideal auf der Grundlage von Proportionen. Dass man auch als Sechstklässler bereits physikalisch experimentieren kann, obwohl das Unterrichtsfach noch gar nicht belegt wird, bewiesen Fynn Ritter und Erik Sendig, die Flugweiten unterschiedlicher Objekte und Materialien untersuchten und dies auf den Luftwiderstand, den Winkel sowie das Gewicht des jeweiligen Objektes bezogen. Toni Reinboth und Moritz Kaufmann stellten verschiedene Drohnen und deren Einsatzgebiete vor und diskutierten Gefahren, die sich auch aus der Steuerung dieser ergeben kann. Mit ihren protokollierten Experimenten und Überlegungen zur Wasserentnahme bei verschiedenen Früchten sicherten sich Luise Behme, Laila Kühn und Hendrike Mansfeld neben dem dritten Preis auch einen Sonderpreis. Mit Stolz nahmen die jungen Forscher ihre Auszeichnungen entgegen. Für die Gymnasiasten ist das Preisgeld zweitrangig. Vielmehr genossen sie es bei den Wettbewerben, mit anderen forschenden Schülern ins Gespräch zu kommen, Inspirationen zu erhalten und über Einfälle, Produkte bzw. Experimente zu staunen.

Der Goldene Schnitt verhalf Juliet Steinecke zu zwei Auszeichnungen

Schulleiter Wilhelm König gratulierte den Preisträgern, zollte ihnen Anerkennung und bekräftigte den Wert, scheinbar alltägliche Erscheinungen kritisch zu hinterfragen und dies dann auch zu ergründen bzw. zu untersuchen, denn auch Neugierde schaffe Wissen.

Neben Jugend forscht stützt ebenfalls die Ingenieurkammer Thüringen kreative Talente und schreibt jährlich einen Wettbewerb dazu aus, bei dem die Teilnehmer Skischanzen, Türme, Stadiondächer oder – wie in diesem Jahr – Brücken entsprechend der Material- und Größenvorgaben zu konstruieren haben.

Sind stolz auf ihren zweiten Preis - Moritz Kaufmann und Toni Reinboth

In die 130 Modelle aus ganz Thüringen reihte sich auch Johannes Apel aus dem Herder-Gymnasium ein. Die Jury zeichnete den Zehntklässler für seine „Herder-Brücke“ mit einem zweiten Preis aus. Für diesen Erfolg auf Landesebene wurde Johannes A. in Erfurt geehrt.

Wurden mit dem zweiten Preis ausgezeichnet - Fynn Ritter und Erik Sendig aus der Klassenstufe 6

Projektarbeiten dieser Art bieten damit einen optimalen Rahmen, Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten individuell zu fördern. Das Herder-Gymnasium schafft sich mit der Teilnahme an Jugend forscht sowie der intensiven Betreuung durch die Projektbegleiterin Baudler eine eigene kleine Talentschmiede, die bereits Sieger im Landeswettbewerb zu verzeichnen hat.

[Heike Roeder]